Klima & Energie-
Modellregion

Holzwelt Murau

100% energiesouverän mit der Kraft der Natur

Wo die Energiewende zur Realität wird

Der Bezirk Murau mit seinen rund 28.000 EinwohnerInnen ist eine ländlich geprägte Region mit einzigartigem und intaktem Lebens- und Naherholungsraum und überdurchschnittlich guter Luftqualität. Der florierende Tourismus, ein starkes regionales Handwerk und eine nachhaltige Land- & Forstwirtschaft prägen den Bezirk, der seit 2012 auch Modellregion ist. Die Lage südlich des Alpenhauptkammes mit einer Seehöhe von 654 m bis 2.742 m und einer Fläche von 1.384 km2 begünstigt einen Reichtum an den natürlichen Ressourcen Wasser, Biomasse, Sonne und Wind. Die regionale Energiewirtschaft nutzt diese sehr bedacht, schonend und umweltgerecht.

Murau hat sehr viel erreicht. Das sichtbarste und kraftvollste Zeichen dafür, dass die Energievision Murau Realität wurde, ist die Tatsache, dass sie bereits Exporteur von erneuerbarem Strom ist:

 

  • Jährliche Stromerzeugung durch erneuerbare Energie: 417 GWh
  • Jährlicher Stromverbrauch der Region: 119 GWh
  • Murau produziert mehr als 3 Mal so viel Strom wie verbraucht wird

Energievision Murau

Zukunft sichern, Lebensraum bewahren

Energiesouveränität – unser Beitrag zur Energiewende Energiesouverän zu sein bedeutet, den gesamten Energiebedarf an Wärme und Strom aus eigenen erneuerbaren Quellen erzeugen zu können, die Energieversorgung zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen und damit von Energieimporten unabhängig zu sein. Die Klima- und Energie-Modellregion Murau ist mit ihrer Energievision ein europäisches Vorzeigemodell mit drei erklärten Zielen:

1.

Murau ist energiesouverän bei Wärme und Strom mit der Kraft der Natur – vor allem mit Wasser, Holz, Sonne und Wind.

2.

Murau schafft zusätzliche regionale Wertschöpfung durch die Nutzung erneuerbarer Energieträger und gesteigerte Effizienz im Umgang mit Energie.

3.

Murau ist ein europäischer Energie-Leuchtturm und zeigt, wie die Energiewende gelingt!

Weitere Highlights

• Die Stadt Murau ist inselbetriebsfähig und kann sich im Fall eines Blackouts selbst versorgen.
• Der Anteil an Biomasse im Wärme- bereich wurde von 40 % auf 75 % gesteigert!

Wasserkraftwerke

89 Wasserkraftwerke
Gesamtleistung: 88.500 kW
Jahresstromproduktion: 337.400 MWh
(= 337,4 Millionen kWh)

Heizwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung

6 Heizwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung
Gesamtleistung: 2.200 kW
Jahresstromproduktion: 14.400 MWh
(= 14,4 Millionen kWh)

 

Heizwerke mit Biomasse

45 Heizwerke
Gesamtleistung: 41.000 kW
Jahreswärmeproduktion: 95.000 MWh
(= 95 Millionen kWh)

Photovoltaik-Anlagen

973 Anlagen
Gesamtleistung: 12.600 kWpeak
Jahresstromproduktion: 12.600 MWh
(= 12,6 Millionen kWh)

Windkraft-Anlage

10 Windräder
Gesamtleistung: 32.000 kW
Jahresstromproduktion: 60.000 MWh
(= 60 Millionen kWh)

Holzwelt Murau
Holzwelt Murau

Energie aus Wasser

Aufgrund der Topographie ist die Region Murau prä­des­tiniert für die Strom­er­zeu­gung aus Wasser­kraft – rund 80 % des in der Region erzeugten Stroms fallen in diese Kategorie. 89 Wasser­kraft­werke zählt die Region aktuell, weitere sind in Planung.

Holzwelt Murau

Energie aus Holz

Die Region hat auf­grund der geo­logischen Voraus­setzungen einen nahezu flächen­deckenden Be­wuchs bis an die Baum­grenze. Dadurch ergibt sich ein hoher Wald­anteil von 57,8 % mit einer Nutzung von ca. 333.000 Fest­metern Holz pro Jahr.

Holzwelt Murau

Energie aus Sonne

Die Sonne kann in Murau ihre volle Kraft ent­falten: Die See­höhe, die günstige Lage südlich des Alpen­haupt­kammes und wenige Nebel­tage sorgen für hohe Sonnen­einstrahlung und Wir­kungs­grade. Das Potenzial an ge­eig­neten Dach­flächen ist riesig.

Holzwelt Murau

Energie aus Wind

Wind ist eine der wichtigsten Energie­quellen der Zukunft – vor allem zur Produktion von erneu­er­barem Strom wird Wind benötigt. Ein einziges Windrad leistet bereits so viel wie ein mittel­großes Wasser­kraft­werk und leistet auch im Winter gute Erträge.

Die Klima- und Energiemodellregion Holzwelt Murau  ist ein zentrales Element zur Umsetzung der Energievision Murau, mit der bewiesen wird, dass ein nachhaltiges Energiesystem aus der Region heraus leistbar und umsetzbar ist. Das macht den Leuchtturmcharakter der KEM Holzwelt Murau aus. Aufgrund der Erfolge und Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte wurde die Vision weiterentwickelt:

Murau ist energieautark bei Wärme und Strom bis 2020

Murau schafft zusätzliche regionale Wertschöpfung durch die Nutzung erneuerbarer Energieträger

Murau ist als regionaler Energie-Leuchtturm in Österreich bekannt.

Die in der Region entwickelten und umgesetzten Leuchttürme sollen nun hergezeigt und vervielfältigt werden. Im Fokus stehen dabei Energieeffizienz und die Bereitstellung von erneuerbarer Energie, um damit die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen und über die Region hinaus ein möglichst gut vervielfältigbares Herzeige-Beispiel im Kampf gegen den Klimawandel zu werden. Mit dem Bekenntnis, dass der Energieumstieg die zentrale Chance für die Entwicklung der Region darstellt, ergibt sich die unmittelbare Ausrichtung für die aktuelle Arbeit:

Die KEM als Meinungsbildner und Kommunikationsplattform

Die KEM als Know-how Transferknoten und Multiplikator, damit Leitprojekte in die Region übertragen werden, die zu einer weiteren Stärkung der Energievision führen

Die KEM als Impulsgeber und Vermittler, indem Ideen und Leitprojekte in die Region getragen werden und in der Region zu den richtigen Menschen kommen

Die KEM als Unterstützer für Umsetzer für nachhaltige Energielösungen

Damit ergeben sich 3 klare Fokussierungen für die Bausteine der zweiten Periode als Klima- und Energiemodellregion:

1.

 Murau leistet einen aktiven Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel durch den Ausbau von erneuerbaren Energien und der Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Umgang mit Energie

2.

Den Ausbau als Modellregion in Richtung einer maximal sinnvollen Energieautarkie weiter vorantreiben – denn erst die hohe Dichte an „erneuerbaren Lösungen“ schafft ein dynamisch sich verstärkendes Umfeld (erste dieser Keime sind bereits in der Region zu erkennen, die durcheine noch stärkere Einbindung der Akteure weiter gestärkt werden sollen)

3.

Erneuerbare Energie als Wirtschaftsfaktor für die Entwicklung der Region unmittelbar nutzbar machen – von der Erzeugung regionaler Energieträger, über die Umstellung von Energieanlagen bis hin zu Energieangeboten im Tourismus wird der Faktor Wirtschaftskraft aus der Energievision heraus gezielt bearbeitet (auch dazu sind bereits erste Keime spürbar, die Mut und Kraft für die weitere Entwicklung geben, weil die Menschen direkt erleben, dass über die Energievision tatsächlich eine Stärkung der wirtschaftlichen Basis möglich ist!) 

Mit der Klima- und Energiemodellregion Holzwelt Murau 2.0 wird also ganz gezielt der herausfordernde Weg angetreten, mit den Themen erneuerbare Energie und Energieeffizienz eine Trendumkehr in der regionalen Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung einzuleiten und gleichzeitig einen über die Region hinaus aktiven Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. Dies soll zuerst in der Region selbst umgesetzt und in weiterer Folge konsequent für andere Regionen nutzbar gemacht werden. In der Weiterführungsphase werden dazu die notwendigen Grundlagen geschaffen, getreu dem regional tief verwurzelten Charakterzug: Tun statt reden!

Damit ist Murau auf dem Weg zu 100% Energieautarkie und 100% erneuerbarer Energie!

Holzwelt Murau

Die Klima- und Energie-Modellregion Murau weiter vorantreiben

„Neue politische Verhältnisse bringen neue energiepolitische Ansätze und Hoffnung für viele Initiativen, ein klimaneutrales Umfeld zu gestalten. Unabhängig davon treiben wir die Bemühungen der Klima- und Energiemodellregion Murau weiter voran. Eine Initiative, drei Gewinner: Umwelt, Wirtschaft und – am wichtigsten – nachfolgende Generationen.“

Thomas Kalcher
Obmann der Holzwelt Murau und Bürgermeister von Murau

Holzwelt Murau

Eine starke Vision, unsere Energievision

Die Energievision Murau legte schon im letzten Jahrzehnt den Grundstein für 100 % erneuerbare Energie. Damit haben wir mit breiter Beteiligung engagierter Akteure unsere Ressourcen Sonne, Wasser, Wind und Biomasse in den Vordergrund gestellt. Sowohl durch die massive Erhöhung des Biomasseanteils als auch durch den Ausbau der Wasserkraft konnten bis heute viele Millionen Euro an zusätzlicher regionaler Wertschöpfung erzielt werden. Auf diese Erfolge und Vorteile in unserem Bezirk gilt es aufzubauen, hin zu einem Leuchtturm und Exportland für erneuerbare Energie mit den dafür notwendigen Lösungen.

Erich FRITZ
Klima- und Energiemodellregionsmanager der Holzwelt Murau

Holzwelt Murau

Es braucht konkrete Maßnahmen

Um die Pariser Klimaziele und auch die ambitionierten Ziele der Bundesregierung zu erreichen, braucht es konkrete Maßnahmen zur CO2- Reduktion und zum Ausstieg aus fossilen Rohstoffen. Unsere Klima- und Energiemodellregionen – wie Murau, eine der waldreichsten Regionen der Steiermark – setzen gezielt auf regionale Ressourcen, um ihren Weg in die CO2-Neutralität zu gehen erreichen. Wir haben die Holzwelt Murau immer als mutig und aufgeschlossen erlebt, wenn es darum ging, die Region nachhaltig in die Zukunft zu führen und gesellschaftliches Umdenken zu erwirken.

DI Ingmar Höbarth
Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds

Holzwelt Murau
Holzwelt Murau

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Klima- und Energiemodellregionen“ durchgeführt.